"WATERSCOPE TRANSITIONS" auf dem 7.Rome Film Festival
 
   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Wettbewerb CinemaXXI des Rome Film Festivals gab es die Welturaufführung von WATERSCOPE TRANSITIONS. Er wurde am Ende mit einer Nominierung für den „CinemaXXI-Award for Short and Medium Films“ belohnt. Hier ist der Experimentalfilm kein Feigenblatt mehr.

Wenn man den erfahrenen Festivalprofis Glauben schenken darf, so hat sich mit dem „7.Rome Film Festival“ unter der neuen Leitung von Marco Müller (vorher Venedig) vieles geändert. Um die entsprechende Strahlkraft zu erhöhen mussten besondere Anstrengungen her, denn ein Leuchtturm mehr in Rom fällt kaum auf. Die nächsten Jahre werden zeigen, wie sich die Festivals in Rom und Venedig aneinander reiben.

Mit der diesjährigen Filmauswahl hat Marco Müller den Spagat hinbekommen, sowohl das Bedürfnis nach Glam zu befriedigen, als auch in den neuen Wettbewerbsreihen, wie dem CinemaXXI, cineastischen Ansprüchen zu genügen. Der Presseraum war stets mit 100 Arbeitsplätzen komplett belegt. Es gab also endlich Presse. Marco Müller hat gepunktet.

Meine Einreichung zum Festival verlief höchst ironisch. "For your information, your envelope looked as it had taken a splash in the sea, which may explain the status of the DVD." Mit anderen Worten - die DVD war kaputt, aber schön nass. „Which may explain the theme of the DVD“ hätte ich antworten können. Es gab einen nervenaufreibenden Upload vom heimischen Rechner. Nach der Zusage von „Paolo Moretti“ blieben nur ein paar Wochen Zeit die DCP-Kopie aus dem Nichts zu zaubern. Auf Morettis Anregung hin, hatte ich meine 3 Versionen von Waterscope, um jeweils ein Wort erweitert. So wurde aus der mittellangen Version schließlich WATERSCOPE TRANSITIONS. Die Zusage von einem A-Festival bedeutet viel Arbeit, die italienische Untertitelung war da noch das geringste Problem. Freude und Trouble ist garantiert. In solchen Fällen wendet man sich vertrauensvoll an German Films, AG Kurzfilm & ans Goethe-Institut. Vielen Dank dafür!

 

 

Zu dem neuen Selbstverständnis des „7.Rome Film Festivals“ gehört, dass alle eingeladenen Gäste über den roten Teppich gehen. Ob nun Sylvester Stallone oder Carsten Aschmann - egal. Ebenso ließ es sich Marco Müller nicht nehmen jeden einzelnen persönlich zu begrüßen, und über den Teppich zu begleiten. Vor dem offiziellen Gang gab es einen spontanen Abstecher zum offiziellen Sponsor. Es gab Schinken & Wein, um Magen und Nerven in Stimmung zu bringen. Dann kritzelte man seine Unterschrift für den Photographen auf eine Wand, auf der sich, nicht zu übersehen z.B. Larry Clark und Takashi Milke schon verewigt hatten.

Das „Auditorium Parco Della Musica“ wartete mit besten Vorführbedingungen auf. Paolo Moretti bezeugte vor der Aufführung und beim "Q&A" großen Respekt und unterstrich damit nochmals seine Entscheidung für die ausgewählten Filme. Ich hatte nach der Diskussion „Bravos“ bekommen und Lob, u.a. von SixpackFilm-Vertrieb aus Wien, deren Arbeit ich sehr schätze. Nach der Aufführung saß ich mit den Filmemachern des Programms noch in der Festivalkneipe zusammen. Das kleine Bier zum Preis von 8.-€ war allerdings weniger zum Feiern geeignet.

Die Rundumbetreuung war tadellos – das Shuttle am Flughafen, das Hotel fussnah. Zur Begrüßung gabe es ein Bildband, eine limitierte Festivalausgabe mit Setbildern von Matthew Modine zu Kubriks "Full Metal Jacket" , ein richtig dicker Kracher, der jetzt direkt neben David Lynchs "The Air Is On Fire" bei mir im Regal steht. Goethe schrieb: „O wie fühl' ich in Rom mich so froh! gedenk' ich der Zeiten, Da mich ein graulicher Tag hinten im Norden umfing.“ Wie wahr!